Aeikens: Neue Züchtungstechniken brauchen andere Regelungen

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Das Bundeslandwirtschaftsministerium sucht die Auseinandersetzung um die Zukunft der neuen Züchtungstechniken. "Politische Verantwortung wahrzunehmen, kann auch bedeuten, das EU-Gentechnikrecht auf den Prüfstand zu stellen", sagte Agrarstaatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens auf der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) heute in Quedlinburg.

Noch im Juni werde sein Haus im Rahmen des von ihm initiierten Dialogprozesses den Austausch zu möglichen Regulierungsoptionen für neue Züchtungstechniken vorwärts treiben, kündigte Aeikens an. Es gehe darum, die jahrelangen ideologischen Auseinandersetzungen zu überwinden und einen Neustart zu versuchen.

Der Staatssekretär äußerte sich erneut kritisch zum Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom Juni letzten Jahres und die restriktive Handhabung der neuen Techniken im EU-Gentechnikrecht. Aus seiner Sicht ist es nicht sachgerecht, die klassische Grüne Gentechnik mit CRISPR/Cas in einen Topf zu werfen, seien doch bestimmte neue Züchtungstechniken näher bei den klassischen Züchtungsverfahren zu verorten als bei der Grünen Gentechnik.

Aeikens betonte die Schlüsselstellung, die molekularbiologischen Züchtungsmethoden bei der Verbesserung der Nutzpflanzen zukomme: "Es geht um die große Chance, Pflanzensorten entwickeln zu können, die trockenstress-, kälte- oder hitzetolerant oder auch resistent gegen biotische Stressfaktoren wie Schadorganismen sind." Die Dürre im vergangenen Sommer habe allen die große Verletzlichkeit der Agrarwirtschaft vor Augen geführt; Extremwetterereignisse würden weiter zunehmen. "Darauf müssen wir uns einstellen und konsequent die moderne Pflanzenzüchtung weiterentwickeln", betonte der Staatssekretär. AgE

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