Erstes Frachtschiff verlässt Hafen von Odessa

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Nach rund fünf Monaten russischer Seeblockade ist gestern das erste Schiff mit Getreide aus dem ukrainischen Schwarzmeerhafen Odessa ausgelaufen. Nach Angaben des Kiewer Infrastrukturministeriums handelt es sich um den Frachter "Razoni" unter der Flagge von Sierra Leone, der mit etwa 26 000 t Mais den Hafen von Tripolis im Libanon ansteuern wird.

Laut dem Ministerium warten derzeit 16 weitere ausländische Frachtschiffe vor Odessa auf ihre Beladung. Dabei handle es sich um Transporter, die im Zuge der Hafenblockade mehrere Monate festgesessen hätten. Darüber hinaus erhalte man aber auch zahlreiche Anträge auf Neuanmeldungen zur Beladung mit ukrainischen Agrargütern. Das Infrastrukturressort geht davon aus, dass die im Rahmen des Abkommens freigegebenen Ukraine-Häfen binnen weniger Wochen ihre volle Verladekapazität erreichen werden. Schätzungen zufolge dürfte dies der heimischen Agrarwirtschaft monatliche Einnahmen von rund 1,0 Mrd Euro einbringen.

Die Wiederaufnahme der ukrainischen Agrarexporte über die Schwarzmeerhäfen ist das Ergebnis monatelanger Verhandlungen zwischen der Ukraine, Russland, den Vereinten Nationen (UN) und der Türkei. Diese mündeten am 22. Juli in der Unterzeichnung eines jeweils dreiseitigen "Spiegelabkommens", das jeweils von Istanbul und der UN mit Kiew und Moskau unterzeichnet wurde, Die Vereinbarung zur Etablierung von "Getreidekorridoren" auf dem Schwarzen Meer ermöglicht die Ausfuhr von Agrargütern wie Getreide oder Düngemitteln aus den bis dahin blockierten südukrainischen Seehäfen Odessa, Tschornomorsk und Pivdennyi. AgE

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