Gedämpfte Maisnachfrage drückt auf die Preise

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Der coronabedingte Kollaps der Rohstoffmärkte macht sich auch in den Getreidebilanzen bemerkbar: Die Pandemie drückt die Nachfrage nach Mais so stark, dass der Internationale Getreiderat (IGC) seine Schätzung zum industriellen Verbrauch im Vermarktungsjahr 2019/20 um 11 Mio t auf das Dreijahrestief von 296 Mio t zurückgenommen hat. Zur Begründung verweisen die Londoner Experten in ihrem jüngsten Bericht auf eine gedrosselte Stärkeproduktion sowie die eingebrochene Nachfrage nach Treibstoffen. Weltweit würden aktuell viel weniger Waren und Menschen transportiert als zu Normalzeiten.

Darunter leide auch die Nachfrage nach Bioethanol, das vor allem in den USA aus Mais hergestellt werde, führt der IGC aus. Die dort ansässigen Destillerien hätten ihren Ausstoß an Bioalkohol deshalb seit Mitte März nahezu halbiert.

Die weggebrochene Nachfrage drückt auf die Preise: An der Weltleitbörse von Chicago hat sich der Frontmonat Mai seit Anfang März um mehr als ein Fünftel verbilligt. In den ersten Handelstagen im Mai hat sich aber zumindest die psychologisch wichtige Marke von 3 $/bu (108 Euro/t) als tragfähig erwiesen. Marktanalysten begründen die Preisbefestigung mit den zuletzt größeren Maiskäufen Chinas.

Die aktuell auf der Nordhalbkugel laufende Maisaussaat verheißt in Sachen Preisentwicklung jedoch nichts Gutes: Eine leichte Flächenausdehnung in Verbindung mit höheren Durchschnittserträgen könnte das globale Maisaufkommen 2020/21 auf die neue Rekordmenge von 1,158 Mrd t hieven, was gegenüber der laufenden Saison einem Plus von 3,5 % entsprechen würde. Immerhin geht man beim IGC aber auch davon aus, dass die Maisnachfrage seitens der Industrie in der kommenden Kampagne wieder anspringt. Unter dieser Annahme halten es die Londoner Experten für möglich, dass die globalen Maisreserven trotz Rekordangebot bis zum Saisonende auf den tiefsten Stand seit sieben Jahren rutschen. AgE

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