Neuer Finanzmechanismus zur Förderung des Sojabohnenexports

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Vor dem Hintergrund der massiven Wirtschaftskrise in Argentinien hat die Zentralbank in Buenos Aires einen neuen Finanzmechanismus zur Förderung des Sojaexports eingeführt. Demzufolge können Landwirte bis zum 31. August 30 % der aus dem Sojaverkauf erzielten Gelder für den Kauf von US-Dollars verwenden, wobei ein günstigerer Wechselkurs als auf dem offiziellen Devisenmarkt zur Anwendung kommen soll. Die restlichen 70 % können für eine frei verfügbare Einlage mit einer variablen Vergütung in Abhängigkeit von der Entwicklung des offiziellen Großhandelswechselkurses genutzt werden.

Ziel sei es, auch der Landwirtschaft finanzielle Vorteile zu sichern, die anderen Sektoren bereits zur Verfügung stünden, erläuterte die Zentralbank jetzt. Staatspräsident Alberto Fernandéz warf der Sojabranche indes vor, angesichts des derzeit immensen Wertverlusts der Landeswährung Ware auf Lager zu halten und auf eine noch schwächere Währung zu spekulieren. Darunter litten die Deviseneinnahmen des Landes.

Im landwirtschaftlichen Berufsstand kam die Neuregelung nicht gut an. Sie sei nur schwer umzusetzen, kritisierten Vertreter des "Mesa de enlace", zu dem sich mehrere große Bauernverbände zusammengeschlossen haben. Außerdem würden in erster Linie Großerzeuger und Exporteure profitieren. Kleinere und mittlere Produzenten hätten ihre Ernte bereits größtenteils verkauft. Was jetzt noch im Lager liege, diene dazu, die Kaufkraft für die nächste Saison zu sichern.

Unterdessen zeigt die Wirtschaftskrise auch politische Folgen. Gestern kam es zu einer Neustrukturierung der Ministerien, von der auch das Landwirtschaftsressort betroffen ist. Das Haus unter der bisherigen Führung von Julián Domínguez ist nun Teil eines frisch gebildeten Superministeriums für Wirtschaft, Landwirtschaft und produktive Entwicklung. Für dessen Führung nominiert wurde gestern der bisherige Präsident der argentinischen Abgeordnetenkammer, Sergio Massa. Domínguez ist von seinem Posten zurückgetreten. AgE

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