Nur Hälfte der Schwarzmeerhäfen freigegeben

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Trotz der Ende Juli mit Russland erzielten Einigung über die Nutzung der Schwarzmeerhäfen ist in der Ukraine bisher nur die Hälfte der Häfen, die vor dem Krieg in Betrieb waren, wieder freigegeben worden. Darauf hat der ukrainische Landwirtschaftsminister Mykola Solsky hingewiesen. Solsky betonte, es sei angesichts der aktuellen Entwicklungen im Kampf gegen die russischen Invasoren nicht sicher, wie lange die Getreideexporte überhaupt noch möglich seien. Russlands Staatspräsident Vladimir Putin hatte kürzlich kritisiert, dass die ukrainischen Getreideexporte nicht in die ärmsten Regionen der Welt, sondern in die EU gingen. Die Entwicklungsländer würden "hintergangen".

Wie das Infrastrukturministerium in Kiew mitteilte, sind seit der offiziellen Freigabe der Schwarzmeerhäfen Anfang August von dort insgesamt 165 Schiffe mit 3,7 Mio t an landwirtschaftlichen Erzeugnissen ausgelaufen. Das Ressort widersprach der Darstellung Putins und unterstrich die besondere die Bedeutung dieser Transporte für die Bekämpfung des Hungers in Afrika. In Zusammenarbeit mit dem Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen seien derzeit drei Schiffe mit mehr als 90 000 t Weizen auf dem Weg nach Äthiopien und Jemen, wo sich die Versorgungskrise zuspitze. Geplant sei, weitere 190 000 t Weizen zu exportieren, die derzeit von UN-Partnern gekauft würden.

Infrastrukturminister Oleksandr Kubrakov appellierte an die internationalen Partner und privaten Investoren, sich an der Beschaffung von Nahrungsmitteln für Afrika zu beteiligen. Laut Kubrakov haben im Rahmen der Initiative für den sicheren Transport von landwirtschaftlichen Erzeugnissen bereits 23 Schiffe ukrainische Häfen in Richtung afrikanischer Länder verlassen. Insgesamt seien bereits 640 000 t an Agrargütern verladen worden. AgE

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