Ukraine bittet um weitere Unterstützung

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Die ukrainische Regierung hat die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten um weitere Unterstützung zur Ausweitung der Agrarexporte gebeten. Der stellvertretende Landwirtschaftsminister Markian Dmytrasevych legte heute vor dem Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments eine Reihe von Möglichkeiten dar, mit denen die Liefermengen gesteigert werden können. Dazu gehören die Ausweitung der Kapazitäten am rumänischen Schwarzmeerhafen Konstanza sowie zusätzliche Lastkähne, mit denen die Exporte über die ukrainischen Donauhäfen Reni und Ismajil beschleunigt werden sollen. Kiew will zudem erreichen, dass die bereits etablierten Routen genutzt werden, Güter und vor allem Treibstoff in die Ukraine zu liefern.

Die Donauhäfen in Rumänien sollten gemäß Dmytrasevych modernisiert werden, um eine effektive Verzahnung von Binnenschiffen, Schienentransport und Straße zu erreichen. Den Zugang zum Schwarzen Meer will Kiew offenbar auch über die im Donaudelta gelegene Gemeinde Sulina ausweiten. Der stellvertretende Ressortchef drängte darauf, die Zahl der Lotsen auf dem dortigen Kanal zu erhöhen. Zudem sollten die Verkehrsregeln hinsichtlich einer höheren Auslastung überarbeitet und die Maximalgeschwindigkeit gesteigert werden. Sulina hat allerdings nur wenige Tausend Einwohner und ist nicht an das rumänische Straßennetz angeschlossen.

Dmytrasevych regte ferner an, die Grenzkontrollen beim Übertritt von der Ukraine in die EU weiter zu verschlanken. Zudem müssten die Abfertigung rund um die Uhr stattfinden und zusätzliche Übertritte für Lastkraftwagen geschaffen werden. Zur Vereinfachung des Straßentransports schlägt Kiew außerdem vor, bei Gruppen von Lkws mit dem gleichen Lieferziel nur noch ein einziges Begleitdokument vorzuschreiben.

Seit Kriegsbeginn hat die Ukraine laut Dmytrasevych etwa 3 Mio t an Agrarprodukten ausgeführt. Nach seinen Angaben wurden davon 40 % über die Häfen an der Donau und mehr als die Hälfte auf der Schiene transportiert, der Rest auf der Straße. Der Minister unterstrich, dass die Ukraine auf einen Notstand bei der Lagerkapazität für Getreide zusteuere, und bat die Mitgliedstaaten um Unterstützung in Form provisorischer Lagermöglichkeiten. Die Gesamtkapazität sei im Zuge des Krieges um 15 Mio t auf derzeit nur noch 60 Mio t gesunken. AgE

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