WTO und FAO warnen vor Versorgungsengpässen

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Die weltweite Versorgung mit Düngemitteln wird voraussichtlich bis ins kommende Jahr unter Engpässen leiden. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die von der Welthandelsorganisation (WTO) gemeinsam mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) jetzt vorgelegt wurde. Besonders unter Druck geraten soll demnach die Agrarproduktion und in der Folge die Ernährungssicherheit in Afrika, da die dortigen Landwirte besonders abhängig von importierten Betriebsmitteln seien.

Im Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis zum 15. Oktober 2022 haben laut der Studie 19 Mitglieder der WTO insgesamt 41 Maßnahmen mit Auswirkungen auf den globalen Düngermarkt eingeführt; 75 % davon waren handelspolitischer Natur. Und 41 % dieser Maßnahmen waren auf Exportbeschränkungen ausgerichtet. Ebenfalls unter Druck geraten sind die Düngerpreise am Weltmarkt durch eine Zunahme von Einfuhrabgaben und nationalen Beihilfen.

Vor allem die Regierungen der G20-Staaten stehen der Studie zufolge in der Pflicht, die Märkte für Lebens-, Futter- und Düngemittel offen zu halten und Störungen zu minimieren; insbesondere mit den Regeln der WTO nicht vereinbare Exportbeschränkungen sollten vermieden werden. Neben verstärkten Bemühungen im Marktransparenz wird empfohlen, die Versorgung mit Düngemitteln für die anfälligsten Staaten sicherzustellen und Maßnahmen zur Stabilisierung der Preise zu ergreifen.

WTO-Generaldirektorin Dr. Ngozi Okonjo-Iweala nahm die G20 auch bei deren gestern zu Ende gegangenen Gipfel in die Pflicht. Sie forderte, Hürden für den Handel mit Nahrungs-, Futter- und Düngemitteln zu beseitigen. Der offene Handel sei das Fundament der globalen Wirtschaft, so Okonjo-Iweala. Jede Schwächung des Fundaments erschwere die Bewältigung der aktuellen Krisen und führe zu einer Zunahme geopolitischer Spannungen. AgE/pk

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