Betriebsmittel- und Erzeugerpreise 2022 über ein Viertel angestiegen

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Der im vergangenen Jahr zu beobachtende Preisauftrieb bei Agrarprodukten und bei Betriebsmitteln ist jetzt auch vom Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) bestätigt worden. Die ersten Eurostat-Schätzungen der Agrarpreisindizes für das Jahr 2022 zeigen, dass die Preise für fast alle wichtigen Produktkategorien und die wichtigsten landwirtschaftlichen Betriebsmittel deutlich höher waren als 2021.

Der im vergangenen Jahr zu beobachtende Preisauftrieb bei Agrarprodukten und bei Betriebsmitteln ist jetzt auch vom Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) bestätigt worden. Die ersten Eurostat-Schätzungen der Agrarpreisindizes für das Jahr 2022 zeigen, dass die Preise für fast alle wichtigen Produktkategorien und die wichtigsten landwirtschaftlichen Betriebsmittel deutlich höher waren als 2021.

 

Der heute in Luxemburg präsentierte Bericht der Statistiker macht für diese Entwicklung hauptsächlich den Angriff Russlands auf die Ukraine verantwortlich. Beide Länder sind bekanntlich wichtige Exporteure von Weizen, Mais, Ölsaaten und Düngemitteln. Hinzu kommt die weit verbreitete Trockenheit im Sommer 2022, die zu geringeren Ernteerträgen führte. Als dritten Faktor nennt Eurostat den vor allem durch die hohen Energiekosten ausgelösten Inflationsdruck.

 

Laut Bericht ist der Durchschnittspreis für landwirtschaftliche Erzeugnisse in der EU 2022 im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 24 % angestiegen. Den stärksten Zuwachs gab es bei Getreide mit einem Plus von 45 %. Bei Eiern und Milch legten die Preise im Schnitt um 43 % beziehungsweise 31 % zu.

 

Am stärksten bewegten sich die Preise für Getreide, Eier und Milch in Finnland, Frankreich und Lettland nach oben. Deutschland lag den Schätzungen zufolge bei Milch mit einem Preisanstieg von mehr als 40 % auf Platz acht und damit deutlich über dem EU-Durchschnitt. Der Getreidepreis erhöhte sich in Österreich und den Niederlanden um 33 %, in Lettland um 34 %. In Ungarn und Finnland verteuerte sich Getreide sogar um 67 % beziehungsweise um 70 %.

 

Starke Preisanstiege wurden auch bei Waren und Dienstleistungen verzeichnet, die gegenwärtig in der Landwirtschaft verbraucht werden, also den "nicht investitionsgebundenen Betriebsmitteln". Für einen identischen Warenkorb an Betriebsmitteln wurde gegenüber 2021 ein Anstieg um knapp 30 % gemessen. Dünge- und Bodenverbesserungsmittel verteuerten sich um 87 %, Energie und Schmierstoffe um 59 %. AgE/kl

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